Légende du pendu dépendu : Herchen  

 

                                                                   Herchen an der Sieg (Gemeinde Windeck)

                                                    (Allemagne DEU / Nordrhein-Westfalen / Rhein-Sieg-Kreis)

                                                                                Kirche St. Peter

                              

                                     

 

                         Vorläufer des Bänkelgesangs? Das jakobäische Galgen- und Hühnerwunder in Herchen

                                                          von Rüdiger Schneider (Text/Fotos) Bonn, August 2009

   http://www.jakobus-wege.de/html/herchen.html

  

  In Herchen an der Sieg (Gemeinde Windeck) gibt es in der Kirche St. Peter einen Freskenzyklus von sechs Bildern zum sogenannten Galgen- und Hühnerwunder. Die Bilder stammen aus dem späten fünfzehnten Jahrhundert und erzählen von der Wallfahrt einer Familie nach Santiago de Compostela. Es ist die Darstellung einer doppelten Mirakelerzählung, die mit dem sechsten Bild in einer ‘Moralstrophe’ endet und damit die fromme Moritat (moralité) abschließt. Der Zyklus gibt das sogenannte Galgenwunder wieder, dann nachfolgend das Hühnerwunder und endet mit der Bestrafung der Übeltäter.

                                                                                 

  Die Geschichte in aller Kürze:                                                              

 

  Eine Pilgerfamilie kehrt in einem Wirtshaus ein (Bild 1). Der Legende nach widersteht dort der Sohn der Familie den Nachstellungen der Wirtstochter. Der niederträchtige Wirtsvater, der sich anscheinend um die Mitgift betrogen sieht, versteckt einen Silberbecher im Gepäck der Pilger. 

                    

                                                                    

 

  Der Sohn des Pilgerpaares wird angeklagt und an den Galgen gebracht (Bild 2). 

                   

                                                             

 

  Die Eltern setzen die Pilgerreise nach Santiago fort und beten dort beim Heiligen Jakob für ihren Sohn (Bild 3). 

                   

 

  Als die Eltern zum Ort des heimtückischen Geschehens zurückkehren, sehen sie, dass ihr Sohn, der am Galgen aufgeknüpft wurde, noch lebt. Der heilige Jakob hatte ihn gestützt und so die ganze Zeit am Leben gehalten. (Bild 4). 

                   

 

  Die Eltern begeben sich zum Richter und erzählen von dem Wunder. Der Richter aber glaubt es erst, als ihm zwei gebratene Hühner aus dem Topf fliegen (Bild 5). 

                  

 

  Nun kommen der Wirt und seine Tochter an den Galgen (Bild 6). 

                  

                                                                              

  Die in sechs Fresken erzählte Geschichte wird dem Mutmachen und der Tröstung gedient haben. „Habt keine Furcht! Jakobus ist mit euch!“ mag die eine Botschaft lauten. Die zweite, als das Pilgern noch sehr gefährlich war, dürfte Warnung und Abschreckung sein: „Vergreift euch nicht an Jakobspilgern! Die gerechte Strafe folgt auf dem Fuß.“ Das sechste Fresko ist sozusagen die Moralstrophe des Zyklus. „Und die Moral von der Geschicht, tu so was einem Pilger nicht!“ Zugleich spiegelt sich darin auch wieder das bekannte Sprichwort: “Wer einem eine Grube gräbt...”

 

  Der Inhalt ist dramatisch und man mag ihn und auch die Art der Darstellung als einen stummen, bebilderten Vorläufer des im siebzehnten Jahrhunderts aufblühenden Bänkelsangs betrachten.

 

  Noch bis ins 19. Jahrhundert zogen Bänkelsänger durch die Ortschaften, um auf dem Markt von Mord, Liebe, Merkwürdigkeiten und Wundern zu berichten. Der Bänkelsänger stand dabei auf einer Bank und zeigte auf eine Bildtafel, die die vorgetragene Moritat (moralité) anschaulich machte.

                                                                              * * *

 

   Précurseur de la chanson des rues. La potence jacquaire et le miracle de la poule à Herchen -

 

  À Herchen an der Sieg (municipalité de Windeck), il y a dans l'église Saint-Pierre un cycle de six fresques sur le miracle de la poule. Les images datent de la fin du XVe siècle et racontent un pèlerinage familial à Saint-Jacques-de-Compostelle. C'est la représentation d'un double récit miraculeux qui se termine par le sixième tableau dans une "strophe morale" et clôt ainsi la pieuse moralité. Le cycle reproduit le miracle dit de la potence, puis le miracle de la poule et se termine par le châtiment des coupables.

                                                                                    

  L'histoire en quelques mots :

  Une famille de pèlerins se rend dans une auberge (photo 1). Selon la légende, le fils de la famille résiste au harcèlement de la fille de l'hôte. Le père cache une coupe d'argent dans les bagages des pèlerins.

  Le fils du couple de pèlerins est accusé et amené à la potence (photo 2).

  Les parents continuent le pèlerinage à Saint-Jacques et y prient Saint-Jacques pour leur fils (photo 3).

  Lorsque les parents reviennent sur les lieux de l'événement insidieux, ils constatent que leur fils, qui était attaché à la potence, est toujours en vie. Saint Jacques l'a soutenu et l'a maintenu en vie tout au long. (Photo 4).

  Les parents vont voir le juge et racontent le miracle. Mais le juge n'y croit que lorsque deux poules rôties s'envolent de sa marmite (Fig. 5).

 

  L'histoire racontée en six fresques aura servi d'encouragement et de consolation. "N'ai pas peur ! St Jacques est avec vous !" Peut-être un message. Le second, alors que le pèlerinage était encore très dangereux, devait être un avertissement et un effet dissuasif : " N'attaquez pas les pèlerins de Saint-Jacques ! La juste punition suit immédiatement." La sixième fresque est, pour ainsi dire, la strophe morale du cycle. "Et la morale de l'histoire, ne fais pas ça à un pèlerin !" En même temps, cela reflète aussi le dicton bien connu : "Celui qui creuse une fosse..."

  Le contenu est dramatique, et on aime la façon dont il est présenté comme un contenu silencieux et illustré

  

  Le précurseur de la chanson des rues du XVIIe siècle.  Encore jusqu'au 19ème siècle, des chanteurs des rues parcouraient les villes pour rapporter au marché meurtres, amours, choses étranges et miracles . Le chanteur se tenait debout sur un banc et montrait du doigt un panneau d'images qui illustrait vivement la (moralité..

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              Le pendu dépendu 1

              Le pendu dépendu 2

              Le pendu dépendu 3 : études locales

              Le pendu dépendu 4 : études générales

  

delhommeb at wanadoo.fr - 01/12/2021